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Nordfrankreich für Familien – Von der Wasserrutsche zur Champagnerdusche

Idylle fast wie in Kanada: die Ferienhäuser am Lac d'Ailette

Im Center Parcs Le Lac d’Ailette entspannt man mit der ganzen Familie und entdeckt unzählige Freizeitaktivitäten. Während die Jüngeren in der Wasserwelt ihren Spaß haben, besuchen die Älteren das nahe gelegene Reims mit seinen vielen Champagnerhäusern oder die Mittelalterstadt Laon.

Wellen klatschen auf die Steinfliesen. Kinder wie Erwachsene sitzen in den Schaumkronen, lassen sich durch das warme Wasser schaukeln. Rundherum stehen meterhohe Palmen und tropische Gehölze. Dazwischen führen Treppen zu Wasserrutschen und zum Außenschwimmbecken mit Strömungskanal. Auf dem Badespielplatz mit 400-Liter-Kippeimer tummeln sich Familien mit Kleinkindern, und über der gesamten Badeszenerie wölbt sich eine hohe Kuppel. Ruhesuchende sind hier fehl am Platz. Die Geräuschkulisse klingelt in den Ohren nach: Jauchzende Kinder, Gelächter und Geschrei liegen in der Luft, und über allem liegt jene unbeschwerte Freude, die nur Ferien mit sich bringen. Das Badeparadies Aqua Mundo ist das Herzstück jedes der 29 Center Parcs in Europa, und wer in einem der Ferienhäuser eincheckt, hat täglich freien Eintritt – von früh bis spät.

Wir sind für drei Tage im Center Parcs Le Lac d’Ailette im Département Aisne im Norden Frankreichs, nur noch rund 240 Kilometer von Calais entfernt.

Ein Besuch im Aqua Mundo gehört für uns dazu: sich einmal im Wildwasserfluss durch das warme Nass treiben lassen und ein paar Rutschen ausprobieren – nicht nur Kinderherzen schlagen dann höher. Bei schlechtem Wetter und zu den Stoßzeiten herrscht hier Trubel, doch im Park selbst geht es ruhig zu. Die 800 Ferienhäuser mit ihren bunten Holzfassaden sind eingebettet in die hügelige, von Landwirtschaft geprägte Natur der Picardie und gruppieren sich um den See Lac d’Ailette wie ein Dorf im kanadischen Stil. Dazwischen gibt es jede Menge für Familien zu entdecken: Spielplätze, einen Streichelzoo, Minigolf, Kletteranlagen oder einen Sandstrand zum Burgenbauen. Das Aktivitätenangebot ist groß, und manches ist nur gegen Aufpreis nutzbar.

Die Ferienhäuser des Center Parcs gruppieren sich wie ein Dorf im kanadischen Stil um den See
Das Außenschwimmbad mit Strömungskanal im Center Parcs Lac d’Ailette ist das ganze Jahr über beheizt
Das Badeparadies Aqua Mundo ist von einer Kuppel überwölbt

Von unserer Terrasse aus beobachten wir, wie Kinder selbstvergessen über die Wiesen streifen, Ball spielen oder mit Tretrollern die Umgebung erkunden. Familien pendeln mit Fahrrädern oder Elektrocarts in der weitläufigen Ferienanlage von den Restaurants und Geschäften im autofreien Park zurück zum Ferienhaus, grillen auf den Terrassen und sitzen zum Abendessen in den stimmungsvoll beleuchteten Ferienhäusern. Es ist eine Idylle, die Groß und Klein die Möglichkeit gibt, nach eigenem Takt die freien Tage zu genießen.

Der Center Parcs Lac d’Ailette liegt am gleichnamigen See. Ein Pier führt zu einem kleinen Leuchtturm
Lust auf eine Partie Mini-Golf? Die Anlage des Center Parcs liegt direkt am See
Im Streichelzoo des Parks wartet auch ein alter Traktor auf junge Entdecker
Bunte Fassaden und umlaufende Holz-Terrassen: ein Ferienhaus im Center Parcs
Südfranzösisches Flair wie am Meer: der Strand des Ferienparks am Lac d’Ailette
Die Ferienhäuser sind gemütlich eingerichtet und haben oft einen Kamin sowie Sauna

Doch uns zieht es ins etwa 45 Autominuten entfernte Reims, die größte Stadt der Champagne – ein wahrhaft königlicher Besuch. Ganz gleich, ob man die gut 800 Jahre alte gotische Kathedrale im Herzen der Stadt zum ersten oder wiederholten Mal sieht: Sie haut einen um. Das gigantische Kirchenhaus war Schauplatz von 25 Krönungen französischer Könige zwischen 1223 und 1825, etwa der von Karl VII. im Juli 1429 oder Ludwig XIV. im Jahr 1654. Beim Durchschreiten des beeindruckenden Kirchenschiffs im strahlenden Licht der Buntglasfenster – darunter auch Werke von Marc Chagall – fällt es nicht schwer, sich den einstigen juwelenbesetzten royalen Pomp vorzustellen.

Dem Himmel so nah: Die Kathedrale Notre-Dame von Reims gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe
Am Platz Drouet d’Erlon in der Fußgängerzone von Reims bestimmt der Brunnen Fontaine Subé das Bild mit der krönenden goldene Engelsstatue
Cafés, Brasserien, Geschäfte: die Innenstadt von Reims

Beschwingt von diesem Besuch steuern wir das nächste Fest für die Sinne an: das Champagnerhaus Lanson. In Reims sowie im etwas weiter südlich liegenden Épernay sind alle berühmten Champagnerkellereien zu Hause, deren Namen seit Jahrhunderten mit prickelndem Genuss verbunden sind. Auch Lanson gehört zu den ältesten traditionsreichen Kellereien; das Haus wurde 1760 gegründet. Bei der Führung erlebt man den Produktionsprozess im Detail und erfährt, wie nach strengen Regeln Pinot-Noir-, Pinot-Meunier- und Chardonnay-Trauben vom Rebstock in die Flöte kommen. Dafür geht es 15 Meter tief unter die Erde, durch kilometerlange Kellergänge, in denen 20 Millionen Flaschen lagern – für fünf weitere Millionen wäre noch Platz. Vorbei geht es auch an großen Edelstahltanks, die mit den Namen der umliegenden Dörfer beschriftet sind, wie etwa Ay, dessen Weinberge zu den erstklassigen Grand-Cru- oder Premier-Cru-Lagen gehören. Und zum Schluss des Kellereibesuchs? Ein Glas fein perlender Grand Cru, gut gekühlt zur Kostprobe.

Das Champagnerhaus Lanson in Reims war von 1900 bis 2022 königlicher Lieferant des englischen Hofes. Königin Elizabeth II. bestätigte den Titel über Jahrzehnte. Erst König Charles III. verlängerte ihn Ende 2024 nicht mehr

Jetzt sind wir erst recht in Champagnerlaune und wenige Minuten später bei Pommery auf dem Hügel Saint-Nicaise mit Blick auf die Kathedrale. Die Domaine Pommery, 76 Jahre nach Lanson gegründet, ist ein beeindruckender Ort. Sie ist nicht nur mit 55 Hektar flächenmäßig so groß wie die Place de la Concorde und der Jardin des Tuileries in Paris zusammen, sondern umfasst auch einen eleganten Gebäudekomplex aus dem 19. Jahrhundert im englischen Tudor-Stil. 1868 begann Madame Pommery mit Blick auf die Kellerei-Expansion die Baustelle des Jahrhunderts in Reims. Sie ließ unter anderem 18 Kilometer lange Stollen durch die Erde bauen und 60 enorme, trichterförmige Steinschächte aus der späten Römerzeit damit verbinden. Diese riesigen Kreidesteinbrüche (frz.: crayères) entstanden über viele Jahrhunderte durch den Abbau von Kreide, die unter anderem als Baumaterial für die Stadt Reims diente. Ab dem 18. Jahrhundert wurden die unterirdischen Anlagen zunehmend für die Herstellung und Reifung von Champagner genutzt und gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Rote Ziegelsteine und graublaue Fassade, Türmchen und Zinnen: Madame Pommery ließ ihr Haus im neogotischen Tudor-Stil erbauen
Nach dem Rundgang durch die kühlen, dunklen Kellergänge schmeckt der Pommery-Champagner bei Sonnenschein in der Domaine
Vom Hügel Saint-Nicaise genießt man eine tolle Aussicht auf Reims mit seiner Kathedrale

So taucht man heute beim Rundgang über eine breite Treppe ins Herz der Kellerei, 30 Meter unter die Erde, wo ideale Klimabedingungen für die Weinreifung herrschen. Heute lagern hier Millionen Flaschen Champagner, die unter idealen Bedingungen reifen. Beleuchtete Flaschen auf Rüttelpulten veranschaulichen die traditionelle Flaschengärung mit der Lagerung auf der Hefe, die dem Champagner seinen charakteristischen Geschmack verleiht. Und wir erfahren: Für Champagner ohne Jahrgangsangabe schreibt das Regelwerk eine Mindestlagerzeit von 15 Monaten vor, für Jahrgangschampagner sind es mindestens drei Jahre. Wieder im Sonnenlicht über Tage wartet das nächste Glas zur Kostprobe: ein Grand-Cru Royal von 2015. 

116 Stufen stimmungsvoll beleuchtet führen 30 Meter in die Tiefe in den Weinkeller von Pommery
Ab 1882 lässt Madame Pommery von einem Bildhauer große Flachreliefs in ihren Weinkellern anfertigen, die den Wein zum Thema haben. Hier das Relief mit der fröhlichen Szene „Silène und ihr Hof aus Mänaden feiern
Eine multimediale Inszenierung zeigt die Geschihte des Hauses
Happy Endings– ein Motto der Domaine Pommery, dem man gerne zustimmt

Und wo geht es jetzt zur „Champagnerdusche“? Die gibts in der Stadtmitte. Das Haus Pol Couronne bietet etwa Workshops an, bei denen man unter fachkundiger Anleitung lernt, eine Champagnerflasche mit dem Säbel zu öffnen. Für „Partytiger“ mag das sogenannte Sabrieren ein Höhepunkt sein, doch wir entscheiden uns jetzt noch einmal für die Wasserrutsche und einen Ausflug nach Laon. Denn in der bildhübschen Mittelalterstadt auf einem Tafelberg wartet mit Notre-Dame noch eine frühgotische Kathedrale, die einen umhaut. 

Laons Kathedrale ist eine der bedeutendsten der Frühgotik in ganz Frankreich. Außergewöhnlich: Fast lebensgroße Steintiere wie Ochsen schauen von den Türmen herab
Unzählige Regenschirme überspannen die Gasse in Laons Altstadt
Der Sonnenaufgang im dunstigen Morgennebel in der Nähe von Laon ist stimmungsvoll
Champagnerdusche oder doch lieber ein Schampus-Bad?

Weitere Informationen:

Anreise: Z.B. bei Saarbrücken die Grenze nach Frankreich überqueren, auf die französische Autobahn A4 (Autoroute de l’Est) vorbei an Metz und Reims fahren. Am Autobahnkreuz auf die A26 in Richtung Laon / Calais.  Abfahrt 14 (Juvincourt-et-Damary) nehmen und weiter über die Landstraße bis Chamouille und weiter zum Center Parcs Lac d‘Ailette. Ab Grenzübergang sind es etwa 310 Kilometer bis zum Ziel. Die Mautgebühr für die einfache Fahrt auf der französischen Autobahn liegt bei ca. 25 Euro.  

Preisbeispiel: Die Übernachtungspreise der Center Parcs sind dynamisch. Aktuell sind Aufenthalte ab 207 Euro pro Nacht für ein Ferienhaus buchbar. Die tatsächlich verfügbaren Preise können je nach Reisedatum, Länge des Aufenthaltes, Unterkunftskategorie und Buchungszeitpunkt abweichen.

Info: www.centerparcs.de

Ausflüge: Führung durch die Champagner-Kellereien Lanson und Pommery in Reims je ca. 34 Euro pro Person.

www.lanson.com

www.champagnepommery.com

Restaurant-Tipps in Reims: 

Le Foch, mit einem Michelin-Stern ausgezeichnetes Feinschmecker-Restaurant, www.lefoch.com

Brasserie Le Jardin, gehobene Bistro-Küche, 

gehört zum Relais & Châteaux – Hotel Domaine Les Crayères

www.lescrayeres.com

Weitere Informationen: 

www.reims-tourisme.com

www.nordfrankreich-erleben.com  (Departement Aisne)

Die Reise fand mit Unterstützung von Center Parcs statt.

Fotocredit:  

Petra Kirsch (20), Patrick Heisch (3)

Center Parcs (3)

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