Geheimtipp Gesäuse – wildes Wasser, steile Felsen und herrliche Ferienhäuser
Die Kaffee dampft in der Morgenkühle auf dem Balkon. 50 Meter tiefer schlängelt sich die Salza durch das Tal und gegenüber auf Augenhöhe leuchten Nadel- und Laubbäume in allen Grüntönen wie eine Wand geschaffen von der Natur. Hinten am Horizont Berge und grüne Wiesen mit Kühen. Es ist Vogelgezwitscher-leise und nur das Rauschen des smaragdgrün glitzernden Flusses übertönt den Gesang der Singvögel. Ein paar Kanus und Raftingboote schaukeln aus der Höhe gesehen wie bunte Farbkleckse in Rot, Blau und Gelb über die Wellen der Salza vorbei an grün bemoosten Steinen. Es ist eine Idylle wie ein Landschaftsgemälde – wohltuend, entspannend.
Wir sind im Gesäuse, so heißt die Region mit gleichnamigem Nationalpark in der nördlichen Steiermark, die bei Nicht-Österreichern wenig bekannt sein dürfte und die an die oberösterreichischen Kalkalpen angrenzt. Ganz genau sind wir im kleinen Ort Palfau. Hier hat Hermann Berger, ein ortsansässiger Unternehmer, vor rund zehn Jahren ein Ferien-Juwel eröffnet, dass vom Falstaff Hotel Guide 2026 als bestes Chalet ausgezeichnet wurde.
Four Elements Living by Berger sind vier Luxusferienhäuser mit privatem Wellness-Bereich, die etwas außerhalb von Palfau liegen. Wir verbringen drei Nächte im zweigeschossigen, etwa 120 Quadratmeter großen „Haus Wasser“, das wie schwebend hoch über der Salza gebaut ist. Ein Aufzug verbindet die Etagen und die untere ist mit verglaster Panoramasauna, freistehender Badewanne, Dusche und Ruhebereich sowie einem Hot Tub auf der sonnigen Terrasse ausgestattet. Es ist ein romantisches Hideaway zum Wohlfühlen – modern und trotzdem gemütlich eingerichtet, fast rundherum bodentief verglast sowie ausgesprochen liebevoll ausgestattet. Es fehlt wirklich an rein gar nichts und fast hofft man, die Ferientage sind komplett verregnet, so dass man ohne schlechtes Gewissen überhaupt nicht vor die Tür treten muss und nur die Annehmlichkeiten des Hauses genießen kann.


Doch erst einmal frühstücken! Das steht Punkt 8 Uhr in einem Korb vor der Haustür, je nachdem, welche Variante man bestellt hat – die Kommunikation läuft sympathisch, unkompliziert per WhatsApp mit Hermann Bergers Lebensgefährtin Carmen Moser – und ist ein köstlicher Tagesauftakt: Frische Backwaren vom Bäcker vor Ort. Joghurt, Käse und Eier von örtlichen Bauern, hausgemachte Marmelade, fein geschnittenes Obst und Gemüse, Müsli und dazu ein kleines, zauberhaftes Blumengesteck – man muss nur noch den Tisch decken und genießen. Bestellen kann man übrigens auch das Abendessen aus einem Hauben-Restaurant in der Nähe, eine Privatköchin buchen oder sich für ein üppiges Grillpaket mit feinem Fleisch oder Fisch nach Wahl entscheiden. Denn vor der Haustür steht ein großer Gasgrill und übrigens auch Holzscheite und eine Axt – falls der Holzvorrat am Wohnzimmer-Kamin nicht ausreichend sein sollte. Selbst den Kochlöffel schwingen, ist natürlich in der gut ausgestatteten Küche auch möglich.





Wir starten zu einer Wanderung in der zehn Autominuten entfernten Wasserlochklamm. Die soll laut einer einheimischen Freundin „selbst für die Wasserfall-verwöhnten Österreicher imposant sein“. Das trifft es, ohne jede Übertreibung! Über einen wildromantischen, steilen Treppensteig mit 13 Stationen geht es immer entlang der Klamm gut 300 Meter in die Höhe vorbei an wildbrausenden, viele Meter in die Tiefe stürzenden Wasserfällen bis hoch zum Palfauer Wasserloch – ein geheimnisvolles Mysterium. Denn die mächtige Quellhöhle, an der der Treppensteig endet, überwölbt einen kilometertiefen, röhrenförmigen Siphonsee, der in unregelmäßigen Abständen je nach Jahreszeit und Witterung das Wasser plötzlich in Mengen „ausspuckt“. Wann das Spektakel genau passiert, weiß nur die Natur und glücklich ist, wer zu diesem Zeitpunkt oben am Palfauer Wasserloch steht. Wer kein Glück hat, wird trotzdem belohnt: Der Blick ins Tal auf die herrlich grün-türkisfarben leuchtende Salza sowie die umliegenden Berge ist wunderbar.
Die Klamm war übrigens vollkommen unzugänglich bis in die 1980er Jahre. Dann ließ die Gemeinde unter schwierigen Bedingungen die gut gesicherte Steiganlage erbauen und 1994 für Wanderer eröffnen. Sie ist den Eintrittspreis von 14 Euro für Erwachsene und 7,50 Euro je Hund unbedingt wert. Tipp: Der Treppensteig ist anspruchsvoll bis schwierig, daher nur mit festem Schuhwerk und gutem Profil die Wanderung mit ca. 1,5 Stunden Aufstieg antreten und etwas zu trinken mitnehmen.
Zurück im Four Elements Living by Berger bleibt das Wasser unser Element. Nach der Sauna mit faszinierendem Blick durch die bodentiefe Glaswand in den steirischen Dschungel und einer eiskalten Dusche, ist der blubbernde Hot Tub auf der Terrasse genau das Richtige, um die Wadenmuskulatur nach der Wanderung zu entspannen. Gut zu wissen: Das Wasser im Whirlpool wird für die Gäste jedes Mal neu eingelassen – es ist wirklich zum Wohlfühlen hier.
Punkt 19 Uhr klingelt Susanne Moser an der Haustür. Die Privatköchin steht mit einem Bollerwagen vor der Tür. Sie hat alles dabei, um in den nächsten Stunden in unserer Küche ein feines Fünf-Gänge-Menü zu zaubern, das wir vegetarisch bestellt haben. Während sie die Vorspeise, ein cremiger Dattel-Curry-Aufstrich mit frisch gebackenem, noch lauwarmem Brot richtet, erfahren wir von ihr, dass sie oft für Gäste kocht, die häufig aus dem nicht allzu weit entfernten Wien oder Ungarn anreisen.
Draußen ist es jetzt dunkel, das Feuer im Kamin knistert mit gemütlicher Wärme und wir genießen das feine Abendessen aus Rote-Beete Carpaccio mit Lachs und Korianderöl, eine sahnig-luftige Blumenkohl-Suppe, leckeres Cashew-Gemüse-Curry und zum süßen Abschluss eine Quarkcreme mit Früchten und Mini-Nockerl. Wir trinken dazu Champagner, den wir mitgebracht haben, aber der Weinschrank im Haus ist zu fairen Preisen sehr gut bestückt. Susanne Moser serviert, räumt ab, macht die Spülmaschine an und wünscht uns eine gute Nacht – ein herrlicher Tag geht zu Ende.
Wir schlafen wie die Murmeltiere in der steirischen Stille des Gesäuse unter Bettdecken mit Alpaka-Wolle – die hübschen Tiere, die sie liefern, treffen wir am Folgetag, den wir genauso herrlich relaxt gestalten wie den Tag zuvor nur mit einem anderen Wanderziel, nämlich hoch zum Naturfreundehaus und Gamsstein.
An Wander- und MTB-Zielen mangelt es im bildschönen Gesäuse nicht. Man muss sich nur von Hermann Berger einen Tipp geben lassen. Der sportliche Unternehmer kennt jeden Winkel auch per Raftingboot auf Salza oder Enns.
Four Elements Living by Berger ist ein Ort, den ich jederzeit wieder besuchen würde.




Infos, Anfahrt und Tipps:
„Haus Wasser“ für 2 Personen ab 400 Euro pro Nacht mit Frühstück nach Wahl
Anfahrt:
Die Anfahrt mit dem Auto z.B. von Stuttgart nach Palfau (Österreich) dauert ca. 5,5 bis 6 Stunden (etwa 500-530 km). Die Route führt über die A8 in Richtung Salzburg, dann auf der A1/A10/A11, oder via A9, über München/Salzburg und das steirische Ennstal im Gesäuse – landschaftlich reizvoll, sieht aus wie Klein-Kanada.
An die österreichische Autobahnvignette denken! Wird man „ohne ertappt“, kostete es ca. 120-150 Euro Strafe.
Tipp:
Auf der Hin- oder Rückfahrt das nahe gelegene Benediktinerstift Admont anschauen. Es wurde 1074 gegründet, ist prachtvoll und hat die größte Klosterbibliothek der Welt, die im Barock als „achtes Weltwunder“ galt. Absolut sehenswert!
Mehr Infos:
Der Unternehmer und Besitzer Hermann Berger weiht im Sommer 2026 in Palfau ein weiteres Gebäude mit Restaurant und Außenpool zur Nutzung für alle Gäste ein.
Zudem vermietet er außer den vier Ferienhäusern des Four Elements by Berger noch ein weiteres Luxusdomizil: Haus Rosa für vier Personen ab 650 Euro mit Wahl-Frühstück/Nacht auf einer sonnigen Anhöhe außerhalb von Landl. Ich habe es besichtigt und finde es traumschön! Die weite Aussicht ins Tal und auf die Berge des Gesäuse ist nicht zu überbieten. Dazu ist es sehr großzügig, elegant-modern und trotzdem gemütlich-lässig eingerichtet, hat einen das ganze Jahr über beheizten Außenpool mit Terrasse, Liegen, Grill, Sitzplätzen. Im Innenbereich freut man sich über Panorama- sowie Infrarot-Sauna und zwei wunderschöne Schlafzimmer mit Balkon, Traumaussicht und freistehender Wanne. Meine Meinung: Anspruchsvolle Gäste werden nichts vermissen.
Unterhalb von Haus Rosa und seinem privaten Wohnhaus liegen zudem Stall und Freigelände seiner 16 Alpakas. Die bildhübschen, aufmerksamen und neugierigen Tiere sorgen allein durch ihren Anblick für gute Laune und liefern dazu die Wolle, die Hermann Berger in einer nahe gelegenen Manufaktur zu Bettdecken oder Schuh-Einlegesohlen verarbeiten lässt.
Der Aufenthalt fand auf freundliche Einladung von Four Elements Living by Berger statt.
Foto-Credit: Four Elements Living by Berger (3), Hermann Berger (1), Petra Kirsch (13), Patrick Heisch (3)







Dieser Beitrag macht Lust auf mehr…super informativ ! Allein das Lesen macht schon Spaß…